Samstag, 12. April 2008

Brennholz II

Wir haben einen Ofen. Ein kleiner gusseiserner Kubus steht seit wenigen Tagen in unserem Wohnzimmer, mit einem noch kleineren Fensterchen, durch das wir gebannt beobachten, wie sich Glut in die Holzbriketts frisst. Briquetas sind, so heißt es und wir glauben es gerne, eine ökologisch weniger bedenkliche Alternative zur Verbrennung der letzten Urwaldflecken in der Umgebung. Sie bestehen aus mechanisch hoch verdichtetem Sägemehl, das in der Holzindustrie massenweise anfällt, die weiter nördlich riesige Kiefernplantagen zu Zellulose oder Bauholz verarbeitet. Ökologisch vorteilhaft sind sie auch, weil sie weniger Schadstoffe als Holzscheite emittieren, zumal wenn letztere viel Restfeuchte enthalten. In unserer Nachbarschaft freilich pfeifen viele auf die Restfeuchte und freuen sich über den günstigen Preis der Lieferung. Die Nachtluft in Valle Volcanes riecht in der letzten Zeit beißend und ist für Menschen mit empfindlichen Bronchien nicht zu empfehlen. Die sensiblen Geräte deutscher Feinstaubkontrolleure würden hier vermutlich irreparablen Schaden nehmen.


Dabei ist in Wirklichkeit alles ganz anders. Das habe ich aus einem Faltblatt erfahren, das unten im Stadtzentrum an einer kleinen fahrbaren Holzhütte verteilt wird, deren Schornstein ebenfalls gemütliche weiße Rauchwölkchen ausstößt. Hier erklärt leñito, der lustige Holzscheit, weshalb es vollkommen richtig ist, den artenreichen bosque nativo zu verheizen: Brennholz kostet wenig, ist im Gegensatz zu, sagen wir, argentinischem Gas stets zur Hand und nutzt den einheimischen Klein- oder Kleinstunternehmen, die die Bäume fällen und transportieren, zerlegen und verkaufen. Ganz zu schweigen, vom Kaminfeger, den man zur Sicherheit einmal im Monat kommen lassen sollte - sonst können die Rußflocken im Schornstein Feuer fangen und einen Brand verursachen.

Dass die Kampagne "Valoremos la leña, la energía del sur"* laut Prospekt unter anderem vom Ofenhersteller Bosca und dem Fertighaus-Giganten Socovesa gefördert wird, kann nicht verwundern. Schon auffälliger ist die blaue Flagge mit den zwölf Sternen. In der Tat ist die EU der Geldgeber des Sistema Nacional de Certificación de Leña (Nationales System zur Brennholzzertifizierung), für das hier geworben wird. Die europäische Finanzspritze beträgt zwischen 2007 und 2011 knapp 5 Millionen Euro und soll südchilenische Holzfäller dazu bewegen, ihr Produkt auf freiwilliger Basis mit einem Siegel auszeichnen zu lassen, das nicht nur Qualität und Trockenheit garantiert, sondern auch nachweist, dass kein Kahlschlag einheimischer Arten betrieben wird.

Etwas vereinfacht ausgedrückt ist die Idee dahinter also folgende: Wenn man die Abholzung des wertvollen Naturwaldes schon nicht verhindern kann, soll sie wenigstens so schonend wie möglich vonstatten gehen. Und wenn nur noch gut getrocknete Scheite im Ofen landen, wird auch die Luft sauberer. Klingt gut, ist aber auf Basis der Freiwilligkeit vermutlich nicht einmal ansatzweise zu erreichen.

Zum Anfeuern des Grills für eine leckere parrillada eignet sich der chilenische Urwald übrigens hervorragend.


* "Lernen wir Brennholz zu schätzen, die Energie des Südens."

Kommentare:

  1. Brennstoff-Händler wie Jörn Greulich vom Bayerischen Brennholzdepot werden immer wieder nach Qualitätsunterschieden zwischen Nadelholzbriketts oder Hartholzbriketts gefragt. Hintergrund der Frage ist meist, dass Verbraucher die Erfahrungen aus der Brennholznutzung konsequent auf Holzbrikett übertragen - "Und das geht nicht" - so Greulich, weil Scheitholz nach Volumen berechnet wird, Brikett aber nach Gewicht.
    Grundsätzlich nämlich hat Fichte aufgrund der chemischen Zusammensetzung einen höheren Brennwert als Buche. Heißt: Buche ist zwar "das bessere Brennholz", hat aber pro Kilogramm Masse weniger Brennwert als Fichte und das wiederum bedeutet, dass ein Kilo Fichtenbrikett besser heizt als 1 Kilo Buchenbrikett. Vom optischen Gesamteindruck und vom Handling her muss gesagt werden, dass Fichte aufgrund des hohen Harzanteils besser und dichter gepresst werden kann.

    Nun zum Einwand, dass bei der Nadelholzverbrennung Glanzruß entstehe oder der Schornstein versotten könne. Dem können wir entgegenhalten, dass die Menschen seit Jahrhunderten im Nürnberger und im bayerischem Raum Nadelholz und auch Kiefernholz, das extrem harzig ist, problemlos verheizen. Wenn mit Sachverstand und Wissen geheizt wird, dann kann auch so rückstandsfrei wie mit Hartholz - vielleicht auch sogar noch besser - die Verbrennung ablaufen.

    "Nun bitte aufgemerkt, wie wir in Franken sagen!" Holz braucht Sauerstoff und das am besten von oben: Daher haben neue und gute Öfen eine Scheibenspülung, dadurch wird der Sauerstoff von oben in den Verbrennungsraum zugeführt. Man sollte genügend Sauerstoff in die Verbrennung lassen, dann haben Sie eine saubere Verbrennung. Sie sollten aber auch darauf achten, dass nicht zuviel Sauerstoff zugeführt wird, denn dann wird ein Großteil der Wärme durch zuviel Zugluft in den Kamin "gejagt".

    Bei zu geringer Luftzufuhr erreichen Sie entweder eine Glanzrußanhaftung oder zumindet sehr schlechte Abgaswerte. Zum anderen nutzen Sie das Holz nicht richtig aus, denn es verbrennt nicht vollständig und mit zu gringer Wärmeabgabe. Also regeln Sie bitte die Zuluft in Abständen ab und an....

    Holz "verbrennt" nicht im eigentlichen Sinne, sondern es entstehen Gase im Verbrennungsraum, und diese Gase zünden bei einer bestimmten Temperatur. Dadurch werden die sichtbaren Flammen erzeugt. Wenn zu wenig Sauerstoff in den Verbrennungsraum gelangt, und durch das Glutbett das Holz weiter ausgast, dann können die Holzgase im Verbrennungsraum nicht zünden und gehen unverbrannt in den Schornstein. Dabei handelt es sich dann oft um Kachelöfen und Kaminöfen, über die sich dann die Nachbar beschweren, weil sie dauerhaft große Mengen an Rauch und Schadstoffen an die Umwelt abgeben.

    Eine Sonderstellung nehmen bei den Holzbriketts die "Premium plus Holzbriketts" ein, auch "Pini Kay" genannt. Diese sind zwar größtenteils aus Hartholz hergestellt, bieten aber bei der Verbrennung hervorragende Eigenschaften, die auf das einmalige Pressverfahren zurück zu führen sind, da diese durch eine mechanische Schneckenpresse gepresst werden und nicht durch hydrauliche Pressen. Generell kann man sagen: Gute Holzbrikett sind hoch verdichtet und ordentlich verpresst- eine erste Augenkontrolle und dann ein kritischer Blick auf Inhaltsstoffe, Volumen und Gewicht - so wird aus jedem Einkäufer ein Holzbrikett-Fachmann.

    Greulich: "Manch einer nutzt die Unwissenheit der Kunden aus, verkauft schlechte Qualität zum höheren Preis, daher sollten Sie auch Ihre Brennstoffe im Fachhandel beziehen! Zu den alten Papierpressen sparen wir uns weitere Erklärungen: Papier gehört in die Papiertonne und Druckerschwärze und Farbe nicht in den Öfen!"



    • Homepage
    www.brennholzdepot.de

    • Kontakt
    Greulich Brennholzhandel GmbH & Co.KG
    Lindflurer Weg 3
    97253 Reichenberg/Fuchsstadt
    Deutschland
    Telefon: 09222 1717

    • Pressekontakt
    Bayerisches Brennholzdepot
    Herr Jörn Greulich
    info@brennholzdepot.de

    • Unternehmensinfo
    Das Bayerische Brennholzdepot ist regionaler Brennholzhändler in Raum Würzburg und im nationalen Versand von Brennholz, Holzbrikett und Holzpellets seit zehn Jahren erfahrener Handelspartner für Privat- und Großkunden in ganz Deutschland.

    • Für den Inhalt der Pressemitteilung ist allein der Autor verantwortlich.

    AntwortenLöschen
  2. Der Energiehunger dieser Welt wird Staaten der dritten Welt noch einiges an Problemen bringen. Und zwar je mehr, je mehr energetisch nutzbare Biomasse zum "Rohstoff" wird. Diese ganze Diskussion um Biomasse ist so "grün" wie viele hoffen nun mal nicht

    Grüße Usch

    AntwortenLöschen
  3. Sehr schöner Bericht. Also ich würde meinen Kamin nie mehr missen wollen. Das ist die beste Erfindung aller Zeiten.^^

    AntwortenLöschen